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Alkohol MPU - alles was Sie wissen müssen!​

Bierglas Autoschlüssel, die von einer Hand gehalten werden
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Die MPU wegen Alkohol ist der häufigste Grund für eine medizinisch psychologische Untersuchung. Trunkenheit am Steuer ist eine Straftat und wird von MPU Gutachtern sehr kritisch gesehen. Aber auch Trunkenheit auf dem Fahrrad oder Motorrad sowie betrunken als Fußgänger kann zu einem Führerscheinentzug führen.

Eine gute MPU Vorbereitung ist daher eine  wichtige Angelegenheit, um den Führerschein wieder zu bekommen. Bei der MPU Prüfung müssen Sie dem Gutachter darlegen können, warum Sie damals unter Alkoholeinfluss am Straßenverkehr teilgenommen haben und warum dass in der Zukunft nicht wieder passieren kann.

Im folgenden Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen zur MPU wegen Alkohol. Was kostet eine MPU wegen Alkohol? Wie lange dauert die MPU bei einer Fragestellung wegen Alkohol? Wie lange ist der Führerschein weg wegen Alkohol? Welche Abstinenznachweise müssen Sie erbringen? Wie ist der Ablauf bei Abstinenznachweisen? Wie oft müssen Sie Abstinenznachweise erbringen? Welche Fragen können bei der MPU wegen Alkohol auf Sie zukommen?

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Wann muss eine Alkohol MPU gemacht werden?

Beim Thema Alkohol am Steuer ist in Deutschland die 0,5-Promillegrenze einzuhalten. Dabei hat ein Autofahrer in der Regel bis zu einem Promillewert von 0,49 keine Konsequenzen zu befürchten.  Erst ab 0,5 Promilleist mit normalerweise mit Strafen zu rechnen, die sich nach Promillewert, Wiederholungen und eventueller Verkehrsgefährdung staffeln.

Dabei droht bei einem erstmaligen Delikt mit einem Promillewert von unter 1,09 noch kein Führerscheinentzug, jedoch sind in dieser Promillerange bereits empfindliche Strafen zu erwarten.

Diese betragen nach dem Bußgeldkatalog:

Erster Verstoß: 500 Euro Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg, 1 Monat Fahrverbot

Zweiter Verstoß: 1000 Euro Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg, 3 Monate Fahrverbot

Dritter Verstoß: 1500 Euro Bußgeld, „ Punkte in Flensburg, 3 Monate Fahrverbot.

Zusätzlich kann die Fahrerlaubnisbehörde nach Prüfung auch ab einem zweiten Verstoß unter 1,09 Promille im Einzelfall die Fahrerlaubnis entziehen und einen MPU Test anordnen.

Liegt der Alkoholwert jedoch beim ersten Verstoß schon über 1,09 Promille, so ist kann ein Führerscheinentzug in einigen Bundesländern möglich sein. Bei einem Alkoholwert von über 1,6 Promillewird grundsätzlich der Führerschein entzogen. 

Die ist dann immer mit der Auflage einer bestandenen Alkohol MPU nach einer Sperrfrist verbunden. Dabei ist das Bestehen der Medizinisch Psychologischen Untersuchung eine wichtige Bedingung für die Neuerteilung des Führerscheins.

MPU wegen Alkohol in Sonderfällen auch bei geringeren Blutalkoholwerten möglich

Jedoch kann in verschiedenen Fällen Alkohol am Steuer bereits bei weniger als 1,6 Promille zu einem Führerscheinentzug mit MPU-Anordnung führen. Dies kann eintreten, wenn bei der Alkoholfahrt eine drastische Verkehrsgefährdung vorlag oder eine Wiederholungstat nach bereits früher erfolgtem alkoholbedingten Führerscheinentzug festgestellt wird.

Auch bei mehrmaligen Alkoholfahrten mit geringeren Promillewerten ist dies möglich. Dabei spielt im Einzelfall das Ermessen der Behörden die entscheidende Rolle.

Allerdings müssen Fahranfänger und Personen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr immer vollkommen nüchtern bleiben und haben eine 0,0 Promillegrenze einzuhalten.

Wann ist eine MPU bei Alkohol Pflicht?

Eine Alkohol MPU wird grundsätzlich bei einem Blutalkoholwert von 1,6 Promille oder mehr angeordnet. In den oben geschrieben Sonderfällen kann sie bereits bei geringeren Alkoholwerten durch die Behörden angeordnet werden.

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Zur MPU wegen Alkohol auf Fahrrad?

Auch Radfahren unter Alkoholeinfluss wird bei einem Wert von 1,6 Promille oder darüber die Anordnung einer MPU wegen Alkohol durch die Führerscheinstelle nach sich ziehen. Dabei bleibt der Radfahrer meist zunächst Inhaber seines Führerscheins, er muss jedoch innerhalb einer festgesetzten Frist ein positives MPU Gutachten vorlegen können. 

Ansonsten wird  auch hier der Führerschein automatisch entzogen. Für den Fall, dass der Radfahrer unter Alkoholeinfluss jedoch an einem Unfall beteiligt ist, kann auch bereits bei geringeren Alkoholwerten eine MPU angeordnet werden von der Fahrerlaubnisbehörde.

Was kostet eine MPU wegen Alkohol?

Die MPU Kosten für eine MPU wegen Alkohol betragen aktuell ungefähr 550 Euro. Falls eine kombinierte MPU wegen Alkohol am Steuer und Drogenmissbrauch angeordnet wird oder Abstinenznachweise verlangt werden, werden dabei zusätzliche Kosten für Urin- und Haarproben zwischen 200 und 600 Euro entstehen. Diese können je nach Anbieter sehr unterschiedlich sein. 

Außerdem verlangt eine MPU eine umfangreiche Vorbereitung um einen positiven Ausgang  wahrscheinlich zu machen. Deshalb entscheiden sich viele MPU Anwärter für die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs, der bis zu 1000 Euro kosten kann.  Insgesamt werden die Kosten für eine Alkohol MPU jedoch mindestens bei 600 bis 1000 Euro liegen.

Wie viel kostet ein Verkehrspsychologe?

Neben den Vorbereitungskursen gibt es auch die Möglichkeit einer individuellen Vorbereitung auf die MPU durch Einzeltherapiestunden bei einem Verkehrspsychologen.  Hierbei kann der individuelle Fall natürlich intensiver analysiert und eine spezifischere Vorbereitung auf die individuelle Prüfungssituation in der MPU erfolgen. Die Kosten für Einzeltherapiestunden liegen jedoch zwischen 80 und 150 Euro pro Stunde.

Da die Beratung freiwillig durch den MPU Anwärter in Anspruch genommen wird, hat er die Kosten hierfür auch selbst zu tragen. Detaillierte Informationen hierzu finden Sie in unserem Ratgeber „ Alles zu den MPU Kosten“. Gerade die Einzelberatung ermöglicht es aber, den individuellen Fall detailliert zu bearbeiten und zu analysieren. 

Deshalb ist eine intensive Einzelbetreuung mit guten Chancen auf ein Bestehen der MPU im Endeffekt günstiger als eine schlechte Vorbereitung mit mehreren MPU Anläufen. Außerdem führt dies dann schneller wieder zum Führerschein, da man zwischen verschiedenen MPU Begutachtungen immer eine gewisse Zeit verstreichen lassen muss.

Wie teuer ist eine MPU?

Je nach individuellem Fall und in Abhängigkeit von zusätzlich erforderlichen medizinischen Tests, liegen die reinen MPU Kosten aktuell in Deutschland bei durchschnittlich 550 Euro. Zusätzlich sind hier die Kosten für eine MPU Vorbereitung  und die Beratung zu berücksichtigen. Insgesamt kann das Gesamtpaket MPU inklusive Vorbereitung dabei schnell Kosten in Höhe von 1500 Euro produzieren.

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Wie läuft die MPU Vorbereitung bei Alkohol ab?

Bei einer verkehrspsychologischen MPU Vorbereitung erarbeiten die Teilnehmer zunächst die Zusammenhänge zwischen der generellen Lebensgestaltung (Konsumgeschichte) und ihren Verkehrsauffälligkeiten (Aufarbeitung der Delikte). Dabei wird davon ausgegangen, dass eine Person die häufig und viel Alkohol trinkt oder Drogen konsumiert, dies nicht zufällig tut.

Ziel ist es hierbei, die eigenen Verhaltensmuster zu erkennen und Überlegungen zu notwendigen Veränderungen anzustoßen. Da dies für die Betroffenen oft nicht einfach ist, kann eine professionelle Hilfe bei der verkehrspsychologischen Vorbereitung einer MPU wegen Alkoholeine gute Unterstützung sein. Die MPU Vorbereitung soll hier auch Ansatzpunkte liefern, wie man in Zukunft durch Verhaltensänderungen die bisherigen Gewohnheiten durchbrechen kann.

Dabei werden die Themen Stressbewältigung und das Setzen realistischer Ziele genauso bearbeitet wie eine Änderung der Konsumgewohnheiten durch z. B. Abstinenz, Verzicht oder kontrolliertes Trinken. Während einer Erprobungsphase üben die Teilnehmer dann die neuen Verhaltensweisen  und analysieren die dabei gemachten Erfahrungen.

Außerdem behandelt das MPU Vorbereitungsseminar dabei das Thema Rückfall und dessen Vermeidung bzw. den konstruktiven Umgang mit einer solchen Situation. Die Teilnehmer einer MPU Vorbereitung erhalten nach Abschluss des Seminars eine Teilnahmebescheinigung, die bei einer Begutachtungsstelle vorgelegt werden kann.

Auf was muss man in der MPU Vorbereitung achten?

Auf dem Markt der MPU Vorbereitung tummeln sich eine große Zahl von Anbietern, von denen längst nicht alle als seriös bezeichnet werden können. Um einen guten und professionellen Anbieter ausfindig zu machen sollten Sie folgende Kriterien anlegen:

Es werden kostenlose Informationsveranstaltungen angeboten und es besteht die Möglichkeit, sich transparent über Kosten und Inhalte zu informieren.Die MPU Kurse werden von einem diplomierten Verkehrspsychologen geführt. Man wird nicht zur Vertragsunterzeichnung gedrängt sondern dazu ermutigt, den Vertrag zuhause in Ruhe durchzulesen.

Wie läuft eine Alkohol MPU Begutachtung ab?

Bei einer MPU Untersuchung muss ein Teilnehmer glaubhaft machen, dass er wieder geeignet ist, am Straßenverkehr teil zu nehmen und dass keine Befürchtung mehr besteht, dass er nochmals alkoholisiert ein Fahrzeug steuert.  Dabei sind bei einer MPU Untersuchungzumeist drei Stationen vorgesehen:

  • Die medizinische Untersuchung
  • Der Reaktions- und Leistungstest
  • Das psychologische Gespräch

Die medizinische Untersuchung

Der medizinische Teil der MPU Untersuchung stellt den allgemeinen Gesundheitszustand fest. Dabei werden besonders die Herzfunktion, die Reflexe und die Beweglichkeit überprüft. Bekannte Erkrankungen und die Einnahme von Medikamenten werden abgefragt. Sind Erkrankungen bekannt, so sollte man sich vor der MPU über die generelle Einflussnahme der Erkrankungen auf die Fahrtüchtigkeit informieren. 

Außerdem spricht der Mediziner über den Alkoholkonsum und prüft, ob Folgeschäden feststellbar sind. Deshalb sollte man sich im Vorfeld der MPU Untersuchungen Gedanken über den eigenen Alkoholkonsum machen und es vermeiden, bei Arzt und Psychologen verschiedene Angaben zu machen. 

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Die Reaktions- und Leistungstests

Bei diesen Tests werden besonders die Belastbarkeit sowie das Reaktions- und Konzentrationsvermögen begutachtet. Außerdem gibt es Textverfahren, die in der Regel an einem Computer durchgeführt werden und meist unproblematisch sind. 

Dabei führen schwache Testergebnisse nicht unbedingt zu einem Durchfallen beim MPU Test. Es kann jedoch eine zusätzliche Fahrverhaltensbeobachtung angeordnet werden, bei der man eine bestimmte Strecke im Auto unter Beobachtung fährt.  

Das psychologische Untersuchungsgespräch

Das psychologische Untersuchungsgespräch bereitet den Teilnehmern meist die größten Sorgen und kann auch vielfach den Erfolg der MPU Prüfung entscheiden. Dabei kann das psychologische Gespräch sehr detailliert ausfallen und auch intime Themen beinhalten, auf die die Teilnehmer häufig nicht vorbereitet sind. Hier werden die Hintergründe der Verhaltensauffälligkeiten genau beleuchtet. 

Ferner erwartet der Psychologe überzeugende Darstellungen der eigenen Maßnahmen, die künftige Trunkenheitsfahrten sicher ausschließen. Dabei können z. B. folgende Fragen auftreten:

  • Wieso kam es überhaupt zu der Trunkenheitsfahrt ?
  • Wieviel wurde getrunken und aus welchem Anlass?
  • Wie viel Alkohol wurde konsumiert  in dem Jahr vor dem Delikt?
  • ……

Worauf kommt es an?

Im psychologischen Gespräch ist die eigene Haltung und die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und auch gegenüber dem Gutachter wichtig. Es ist entscheidend, dem Gutachter glaubhaft vermitteln zu können, dass man Einsicht bzgl. des Vorfalls gewonnen hat und die zugrundeliegende Ursache bearbeitet hat. 

Dabei muss erkennbar werden, dass man sein Verhalten geändert hat und wieder alle Voraussetzungen erfüllt, die notwendig sind um am Straßenverkehr teilnehmen zu können.

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Gibt es besondere MPU Tests bei einer MPU wegen Alkohol?

Besondere medizinische Tests werden bei einer MPU wegen Alkohol im Allgemeinen nicht angeordnet. Jedoch kann ein Urinscreening am Tag der Untersuchung gemacht werden, wenn eine Alkohol Abstinenz belegt werden soll.

Wie lange dauert eine MPU wegen Alkohol?

Grundsätzlich sollte man zwischen dem Alkoholdelikt  und einer MPU ein Jahr verstreichen lassen. Dies begründet sich darin, dass unterstellt wird, nach einem solchen Vorfall zunächst Zeit für Reflektion, Einsicht und auch eine Verhaltensänderung zu brauchen, die sich nicht früher manifestieren kann.  

Jedoch kann sich eine MPU Phase auch zeitlich weiter in die Länge ziehen, wenn zusätzlich zur MPU auch ein Abstinenznachweis verlangt wird. Dieser wird bei einer MPU wegen Alkohol in Fällen angeordnet, bei denen entweder ein besonders hoher Promillewert festgestellt wurde (ab 2,0 Promille) oder bereits wiederholt ein Alkoholdelikt mit beachtlichen Promillewerten begangen wurde.

Dabei wird ein Abstinenznachweis für einen Zeitraum von 12 Monaten  angeordnet. Dieser muss dann vor der MPU Begutachtung erbracht werden. Bei Abstinenznachweisen werden im definierten Zeitraum spontan mit 1-Tagesfristen mehrfach Urinproben verlangt, die dann über den festgelegten Zeitraum belegen müssen, dass man keinen Alkohol zu sich genommen hat. Erst nach Ablauf des Abstinenzzeitraumes kann dann eine MPU angemeldet werden.

Was Sie schon vor Beginn der MPU tun können

Eine gute Vorbereitung beginnt am besten mit einer Erstberatung durch einen Verkehrspsychologen. Dabei kann für den Einzelfall geklärt werden, ob ein Fall des Alkoholmissbrauchs oder der Alkoholabhängigkeit vorliegt. Diese Einschätzung bestimmt, ob für das Bestehen der MPU u. a. kontrolliertes Trinken ausreicht oder sog. Abstinenznachweise vorzulegen sind. 

Hierbei kann dann ein Vorgehen zur Dokumentation eines geänderten Trinkverhaltens geplant werden durch regelmäßige Kontrollen. Dieser Nachweis sichert jedoch noch nicht das Bestehen einer Medizinisch Psychologischen Untersuchung. Zusätzlich ist immer die Aufarbeitung der eigenen Lebensführung notwendig und eine für einen Gutachter klar erkennbare dauerhafte und stabile Verhaltensänderung. 

Dabei kann eine individuelle Vorbereitung anhand von Einzelsitzungen beim Psychologen oder aber auch in  Gruppenkursen wahrgenommen werden. Gruppenkurse bieten die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch wohingegen die Einzelberatung besser in der Lage ist, auf die individuelle Thematik einzugehen.

Eine gute MPU Vorbereitung  ist zwar zeitintensiv und verursacht auch zusätzliche Kosten, jedoch ist sie unbedingt zu empfehlen. Eine schlechte oder fehlende Vorbereitung führt schnell zu einem negativen MPU Bescheid und verursacht damit nicht nur zusätzliche Kosten und noch mehr Zeitverlust, auch verbessert sie die eigene Situation nicht für einen zweiten MPU Anlauf.

Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?

Eine vollständige Abstinenz meint einen völligen, konsequenten und dauerhaften Verzicht auf Alkohol. Dies ist vor allen Dingen dann angezeigt, wenn eine Alkoholabhängigkeit bereits geben  ist oder ein deutlicher Alkoholmissbrauch vorliegt oder auch vermutet wird.

Im Gegensatz hierzu soll  das „Kontrollierte Trinken“ einen geplanten und reduzierten Umgang mit Alkohol ermöglichen. Hierbei werden dann Regeln aufgestellt, wann und in welchem Maße das Alkohol trinken praktiziert wird. Dies kann dann eine sinnvolle Maßnahme sein, wenn man eine Gefährdung annimmt, die durch einen regelmäßigen und überdurchschnittlichen Alkoholkonsum bedingt ist, diese  jedoch noch keine Abhängigkeit oder eine fortgeschrittene Alkoholproblematik darstellt.

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Wann Abstinenznachweis?

Ein Abstinenznachweis ist auf jeden Fall dann geboten, wenn im individuellen Fall ein echter Alkoholmissbrauch oder bereits eine Alkoholabhängigkeit vorliegt. Für eine MPU wegen Alkohol wird dies immer angenommen, wenn ein Blutalkoholwert von mindestens 2,0 – 2,2 Promille festgestellt wurde. Dabei kann Gutachter in der MPU zusätzlich zur MPU eben auch einen Abstinenznachweis anordnen.

Um dem vorzugreifen, kann im Vorfeld der MPU durch ein Gespräch mit einem Verkehrspsychologen bereits die Notwendigkeit eines Abstinenznachweises geklärt werden.

Wann kontrolliertes Trinken?

Das „Kontrollierte Trinken“ kann eine sinnvolle Maßnahme darstellen, wenn zwar ein übermäßiger Alkoholkonsum festgestellt wird, dieser jedoch noch keine Abhängigkeit oder einen starken Missbrauch vermuten lässt. 

Durch einen geplanten und limitierten Genuss von Alkohol nach festen Regeln und Mengen kann dabei ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol gelernt werden.

Abstinenznachweise und Screenings

Alkohol wird als Fremdstoff vom Körper aus dem Blut gefiltert und mit dem Urin ausgeschieden. Deshalb kann Alkohol nach dem Genuss noch einige Stunden bis zu Tagen im Urin nachgewiesen werden. Aus diesem Grund wird bei einem Abstinenznachweis für eine MPU gerne ein Urinscreening als Methode angewendet. Dabei wird meist ein Zeitraum von 12 Monaten für den Abstinenznachweis angeordnet, in dem sechs Mal eine Urinprobe analysiert wird.

Auch eine Haaranalyse ist für einen Abstinenznachweis geeignet. Dafür benötigt man allerdings eine Haarlänge von mindestens 3 cm. Außerdem dürfen die Haare nicht gefärbt oder gebleicht sein. Eine einzige Haaranalyse kann ausreichend sein, um eine mehrmonatige Abstinenz nachzuweisen.

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Was kostet ein Abstinenznachweis?

Bei den Kosten für einen Abstinenznachweis muss man mit ca. 80-150 Euro pro Urin-Untersuchung  und ca. 200 Euro für eine Haaranalyse rechnen. Dabei sind bei einem Urinscreening mehr Untersuchungen notwendig als bei einer Haaranalyse. Der Urintest ist entsprechend teurer und kann für ein komplettes Abstinenznachweisprogramm gut 600 Euro betragen.  Diese Kosten hat der Betroffene als Auftraggeber selbst zu tragen.

Wie lange muss man Abstinenznachweise erbringen?

In den meisten Fällen schreibt der Gutachter vor, für welchen Zeitraum ein Abstinenznachweis für die MPU Pflicht ist. Dabei werden jedoch meist 12 Monate Abstinenz verlangt. In Sonderfällen kann der Zeitraum kürzer sein (6 Monate), wenn danach das „ Kontrollierte Trinken“ fortgeführt wird.

Wie lange kann man Alkohol im Blut nachweisen?

Die Nachweisbarkeit von Alkohol im Blut ist immer abhängig vom Promillewert. Dabei baut der Körper zwischen 0,1 und 1,15 Promille Alkohol pro Stunde ab. Bei einem Promillewert  von 2,0 Promille braucht ein Körper ca. 20 Stunden um diesen wieder bis auf null abzubauen.  

MPU bestehen mit Abstinenznachweis

Ein freiwilliger Abstinenznachweis ist keine garantierte Voraussetzung dafür, dass man eine MPU bestehen wird. Gerade wenn ein Gutachter keinen Abstinenznachweis verlangt, geht er auch nicht von einer Alkoholabhängigkeit oder einem Alkoholmissbrauch aus. 

Deshalb ist es bei der Einschätzung einer einfachen Gefährdung besonders wichtig, den Gutachter von einem kontrollierten und verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu überzeugen und Einsicht in das begangene Fehlverhalten zu zeigen.

Welche Fragen können mich bei der MPU wegen Alkohol erwarten?

Im Folgenden wollen wir wichtige Fragen, die in einer psychologischen Untersuchung bei einer MPU meistens zu beantworten sind, in Form eines Fragenkataloges zusammenstellen. Auf die Beantwortung sollte man sich intensiv vorbereiten und dafür auch die Hilfe erfahrener Verkehrspsychologen in Anspruch nehmen:

  • Wie viel wurde bei dem Delikt getrunken?
  • Warum wurde an diesem Tag getrunken?
  • Warum sind Sie gefahren?
  • Wie haben Sie sich dabei gefühlt?
  • Haben Sie sich fahrtüchtig gefühlt?
  • Wie ging es nach dem Delikt mit dem Alkohol  trinken weiter?
  • Warum haben Sie Ihren Konsum verändert/nicht verändert?
  • Wie sah das Konsumverhalten vor der Auffälligkeit aus?
  • Warum haben Sie grundsätzlich Alkohol getrunken?
  • Was sind die persönlichen Motive für den Konsum?
  • Was war positiv für Sie am Konsum von Alkohol?
  • Was hat sich seit dem Delikt verändert?
  • Wie hoch schätzen Sie ihre Rückfallgefahr ein?

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